Annuitätendarlehen einfach erklärt: Rate, Zins und Tilgung
Das Annuitätendarlehen ist das Standardmodell der deutschen Baufinanzierung: eine konstante Monatsrate, deren Zusammensetzung sich mit jeder Zahlung verschiebt. Diese Seite zeigt den vollständigen Rechenweg — von der Formel über den Tilgungsplan bis zu der Frage, was am Ende der Zinsbindung übrig bleibt. Jede Zahl ist eine nachvollziehbare Modellrechnung, kein Versprechen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Annuität ist die gleichbleibende Jahresleistung aus Zins und Tilgung — die Monatsrate bleibt während der Sollzinsbindung konstant.
- Mit sinkender Restschuld sinkt der Zinsanteil, der Tilgungsanteil steigt automatisch: Im Leitbeispiel von 36 Prozent im ersten auf 50 Prozent im zehnten Jahr.
- Die anfängliche Tilgung ist der stärkste Hebel: Zwischen 1 und 4 Prozent liegen bei 300.000 € rund 181.000 € Zinsdifferenz und 24 Jahre Laufzeit.
- Eine konstante Rate heißt nicht, dass das Darlehen am Ende der Zinsbindung getilgt ist — im Leitbeispiel bleiben nach zehn Jahren 227.528 € offen.
- Nach zehn Jahren ab Vollauszahlung besteht ein gesetzliches Kündigungsrecht mit sechsmonatiger Frist (§ 489 BGB) — unabhängig von der vereinbarten Bindung.
- Sondertilgung und Tilgungssatzwechsel gelten nur, wenn sie im Vertrag stehen.
Was ist ein Annuitätendarlehen — einfach erklärt?
Ein Annuitätendarlehen ist ein Kredit, bei dem du über die gesamte Sollzinsbindung jeden Monat denselben Betrag zahlst. Diese Rate — die Annuität — besteht aus zwei Teilen: dem Zins, den die Bank für das geliehene Geld verlangt, und der Tilgung, mit der du die Schuld tatsächlich abträgst.
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Der Kern des Modells ist die eingebaute Verschiebung: Der Zins wird immer nur auf die noch offene Restschuld berechnet. Weil jede Rate die Restschuld verkleinert, fällt im nächsten Monat etwas weniger Zins an — und weil die Rate gleich bleibt, fließt der frei gewordene Betrag automatisch in die Tilgung. Das Darlehen tilgt sich dadurch von selbst immer schneller, ohne dass sich an der monatlichen Belastung etwas ändert.
Genau diese Planbarkeit ist der Grund, warum fast alle deutschen Baufinanzierungen als Annuitätendarlehen abgeschlossen werden: Die Rate steht für zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre fest im Haushaltsbudget.
Die Mechanik im ersten Monat — am Leitbeispiel
Alle Rechnungen auf dieser Seite nutzen dasselbe Leitbeispiel: 300.000 € Darlehen, 3,7 % Sollzins, 2 % anfängliche Tilgung, 10 Jahre Sollzinsbindung. Der Modellzins orientiert sich an der MFI-Zinsstatistik der Bundesbank (Stand siehe Quellen); dein individueller Zins hängt von Objekt, Beleihungsauslauf und Bonität ab.
Die Jahresleistung beträgt 300.000 € × (3,7 % + 2 %) = 17.100 €, die Monatsrate also 1.425 €. Im ersten Monat teilt sie sich so auf:
| Monat 1 | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Zinsanteil | 300.000 € × 3,7 % ÷ 12 | 925 € |
| Tilgungsanteil | 1.425 € − 925 € | 500 € |
| Neue Restschuld | 300.000 € − 500 € | 299.500 € |
Im zweiten Monat wird der Zins nur noch auf 299.500 € berechnet — der Zinsanteil sinkt um gut einen Euro, der Tilgungsanteil steigt um denselben Betrag. Dieser kleine Effekt, zwölfmal im Jahr über Jahrzehnte wiederholt, ist die ganze Mechanik des Annuitätendarlehens.
Die Annuitätenformel — offengelegt
Wer die Rate nicht iterativ, sondern geschlossen berechnen will, nutzt die Annuitätenformel. Mit dem Monatszinsfaktor q = 1 + Sollzins ÷ 12 und der Laufzeit n in Monaten gilt:
A = Monatsrate · D = Darlehenssumme · q = 1 + Sollzins/12 · n = Laufzeit in Monaten
Die Formel beantwortet die umgekehrte Frage als der übliche Weg: Nicht „welche Rate ergibt sich aus meiner Wunschtilgung“, sondern „welche Rate brauche ich, um in n Monaten fertig zu sein“. Beide Wege führen zum selben Tilgungsplan. Kontrollrechnung fürs Leitbeispiel: Bei n = 341 Monaten (28,4 Jahre) liefert die Formel 1.423 € — die Abweichung zur Rate von 1.425 € entsteht durch die Rundung der Laufzeit auf ganze Monate.
Auch die Laufzeit lässt sich geschlossen bestimmen: n = −ln(1 − D · (q − 1) ÷ A) ÷ ln(q). In der Praxis brauchst du beides nicht von Hand — der Tilgungsrechner rechnet den vollständigen Plan und legt jede Zwischensumme offen.
Der Tilgungsplan: zehn Jahre im Detail
So entwickelt sich das Leitbeispiel Jahr für Jahr — Zinskosten, Tilgungsleistung und Restschuld jeweils zum Jahresende:
| Jahr | Zinsen | Tilgung | Restschuld zum Jahresende |
|---|---|---|---|
| 1 | 10.997 € | 6.103 € | 293.897 € |
| 2 | 10.768 € | 6.332 € | 287.565 € |
| 3 | 10.529 € | 6.571 € | 280.994 € |
| 4 | 10.282 € | 6.818 € | 274.176 € |
| 5 | 10.025 € | 7.075 € | 267.101 € |
| 6 | 9.759 € | 7.341 € | 259.760 € |
| 7 | 9.483 € | 7.617 € | 252.143 € |
| 8 | 9.196 € | 7.904 € | 244.239 € |
| 9 | 8.899 € | 8.201 € | 236.038 € |
| 10 | 8.590 € | 8.510 € | 227.528 € |
Zwei Beobachtungen, die man der konstanten Rate nicht ansieht: Der Tilgungsanteil wächst von 36 Prozent im ersten auf 50 Prozent im zehnten Jahr — und trotzdem sind nach zehn Jahren erst 72.472 € von 300.000 € getilgt. Die Beschleunigung kommt vor allem in der zweiten Hälfte der Laufzeit an. Bis zur vollständigen Tilgung nach 28,4 Jahren summieren sich die Zinsen auf 184.777 € — sofern der Zins über die gesamte Zeit konstant bliebe, was die Modellannahme ist, nicht die Realität nach Ablauf der Bindung.
Zins, Tilgung, Bindung: was wirklich wirkt
Von den drei Stellschrauben wird die falsche am intensivsten verhandelt. Um das letzte Zehntel beim Zins wird gefeilscht — dabei entscheidet die anfängliche Tilgung um Größenordnungen mehr. Gleiche 300.000 €, gleicher Zins, nur die Tilgung variiert:
| Anfängliche Tilgung | Monatsrate | Restschuld nach 10 Jahren | Schuldenfrei nach | Zinsen gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 1 % | 1.175 € | 263.764 € | 41,9 Jahren | 290.656 € |
| 2 % | 1.425 € | 227.528 € | 28,4 Jahren | 184.777 € |
| 3 % | 1.675 € | 191.292 € | 21,8 Jahren | 137.166 € |
| 4 % | 1.925 € | 155.056 € | 17,8 Jahren | 109.517 € |
Zwischen 1 und 4 Prozent Anfangstilgung liegen 181.139 € Zinsdifferenz und 24 Jahre Laufzeit — bei 750 € Unterschied in der Monatsrate. Wer 1 Prozent tilgt, zahlt am Ende fast so viel Zinsen, wie das Darlehen groß war. Zur Einordnung: Ein um 0,1 Punkte besserer Zins spart im Leitbeispiel über die Bindung rund 2.700 € — ein Prozentpunkt mehr Tilgung rund 47.600 €.
Die dritte Stellschraube, die Sollzinsbindung, ist eine Risikoentscheidung, keine Kostenoptimierung: Längere Bindung kostet meist einen Zinsaufschlag und kauft dafür Planbarkeit. Wie man sie wählt, behandelt die Seite zur Sollzinsbindung im Detail — und das Kündigungsrecht nach zehn Jahren (unten) nimmt langen Bindungen einen Teil ihres Risikos.
Ein unterschätztes Detail: der Verrechnungsturnus
Die meisten Banken verrechnen Tilgungen monatlich — jede Rate senkt sofort die zinstragende Restschuld. Es gibt aber Verträge mit nachschüssiger jährlicher Verrechnung: Die Zinsen werden aufs Jahresanfangssaldo berechnet, als wären die zwölf Raten des Jahres nie geflossen. Der Unterschied ist kein Detail: Im Leitbeispiel kostet jährliche statt monatliche Verrechnung 8.199 € zusätzliche Zinsen über die Laufzeit. Die Frage „Wann werden meine Tilgungen zinswirksam?“ gehört deshalb in jedes Angebotsgespräch.
Was kostet ein 100.000-Euro-Darlehen?
Die häufigste Suchanfrage zum Thema verdient eine konkrete Antwort — mit denselben Modellannahmen (3,7 % Sollzins, 10 Jahre Bindung):
| Anfängliche Tilgung | Monatsrate | Restschuld nach 10 Jahren | Schuldenfrei nach | Zinsen gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 2 % | 475 € | 75.843 € | 28,4 Jahren | 61.592 € |
| 3 % | 558 € | 63.764 € | 21,8 Jahren | 45.722 € |
Ein 100.000-€-Darlehen „kostet“ bei 2 % Tilgung also 475 € im Monat — und über die gesamte Laufzeit rund 61.600 € Zinsen. Alle Zwischenwerte für deine eigene Summe liefert der Tilgungsrechner, die tragbare Gesamtrechnung inklusive Nebenkosten der Budgetrechner.
Annuitätendarlehen im Vergleich: die Alternativen ehrlich gerechnet
Vier Alternativen tauchen regelmäßig auf. Für zwei davon lässt sich der Unterschied exakt beziffern:
Tilgungsdarlehen: konstante Tilgung, fallende Rate
Beim Tilgungsdarlehen (auch Abzahlungsdarlehen) ist nicht die Rate konstant, sondern die Tilgung. Beide Varianten auf 25 Jahre gerechnet, 300.000 € zu 3,7 %:
| Annuitätendarlehen | Tilgungsdarlehen | |
|---|---|---|
| Erste Monatsrate | 1.534 € | 1.925 € |
| Letzte Monatsrate | 1.534 € | 1.003 € |
| Zinsen gesamt | 160.272 € | 139.212 € |
Das Tilgungsdarlehen spart 21.060 € Zinsen — bezahlt mit einer um fast 400 € höheren Anfangsbelastung, genau in der Lebensphase, in der das Budget meist am engsten ist. Deshalb ist es in der privaten Baufinanzierung selten: Die Ersparnis ist real, die Anfangslast für viele Haushalte nicht tragbar.
Endfälliges Darlehen: nur Zinsen, keine Tilgung
| Nach 10 Jahren | Annuität (2 % Tilgung) | Endfällig |
|---|---|---|
| Monatsrate | 1.425 € | 925 € |
| Gezahlte Zinsen | 98.528 € | 111.000 € |
| Restschuld | 227.528 € | 300.000 € |
Die niedrigere Rate des endfälligen Darlehens ist eine optische Täuschung: Es kostet mehr Zinsen (die Restschuld sinkt ja nie) und lässt die volle Schuld stehen. Sinnvoll ist es fast nur, wenn parallel ein Tilgungsersatz bespart wird oder eine Erbschaft, Lebensversicherung oder ein Verkauf die Rückzahlung sichert.
Variables Darlehen und Ratenkredit
Ein variables Darlehen koppelt den Zins an den Markt (meist Euribor plus Marge) — die Rate kann vierteljährlich steigen oder fallen. Es überträgt das Zinsrisiko vollständig auf dich und ist für die Haupt-Baufinanzierung eines Privathaushalts selten die richtige Wahl. Der Ratenkredit schließlich ist kein Gegenmodell, sondern ein anderes Produkt: unbesichert, kürzere Laufzeiten, deutlich höhere Zinssätze. Für den Immobilienkauf ist er ungeeignet; für kleinere Summen ohne Grundschuldbestellung kann er der pragmatischere Weg sein. Mehr dazu in den häufigen Fragen.
Welche Nachteile hat ein Annuitätendarlehen?
Zur Ehrlichkeit gehört auch die Gegenseite. Vier Punkte, die das Modell tatsächlich hat:
1. Die Restschuld-Illusion
Die konstante Rate fühlt sich nach Fortschritt an, aber bei niedriger Tilgung bleibt nach der Bindung der Großteil der Schuld offen — im Leitbeispiel 227.528 € von 300.000 €. Das Zinsänderungsrisiko der Anschlussfinanzierung trägt allein der Kreditnehmer.
2. Träge in der ersten Hälfte
Weil anfangs der Zinsanteil dominiert, tilgt das Darlehen in den ersten Jahren langsam. Wer früh verkauft, hat wenig Substanz aufgebaut — und zahlt gegebenenfalls Vorfälligkeitsentschädigung obendrauf.
3. Flexibilität nur auf Vertragsbasis
Sondertilgung und Tilgungssatzwechsel sind keine gesetzlichen Rechte, sondern Vertragsklauseln — wer sie nicht vereinbart, hat sie nicht.
4. Zinssicherheit kostet
Die feste Rate ist eine Versicherung gegen steigende Zinsen, und lange Bindungen tragen dafür meist einen Aufschlag. Fallen die Zinsen, zahlst du bis zum Kündigungsfenster nach § 489 BGB den vereinbarten Satz weiter.
Inflation: der stille Verbündete der konstanten Rate
Ein Aspekt, den kaum ein Ratgeber rechnet: Die Rate ist nominal konstant — real wird sie jedes Jahr leichter. Bei 2 Prozent Inflation entspricht die 1.425-€-Rate des Leitbeispiels nach zehn Jahren noch 1.169 € heutiger Kaufkraft, nach zwanzig Jahren 959 €. Steigen die Einkommen nominal mit, sinkt die relative Belastung von selbst. Das ist eine Modellbetrachtung mit angenommener Inflationsrate, keine Prognose — aber sie erklärt, warum sich Finanzierungen historisch oft leichter anfühlten, je älter sie wurden. Verlassen sollte man sich darauf nicht: Die Rate muss auch dann tragbar sein, wenn das Einkommen nicht mitwächst.
Deine Rechte im Vertrag — und ihre Grenzen
Sondertilgung
Zusätzliche Zahlungen verkürzen die Laufzeit, statt die Rate zu senken. Höhe, Häufigkeit und mögliche Zinsaufschläge sind reine Vertragssache. Sondertilgung im Detail →
Tilgungssatzwechsel
Manche Verträge erlauben, die Tilgung während der Bindung anzupassen — wertvoll bei Elternzeit oder Gehaltssprung. Anzahl und Spanne der Wechsel stehen im Vertrag.
Kündigung nach § 489 BGB
Zehn Jahre nach Vollauszahlung ist jedes Darlehen mit sechs Monaten Frist kündbar — ohne Vorfälligkeitsentschädigung, egal wie lang die Bindung vereinbart wurde. Lange Bindungen wirken dadurch nur in eine Richtung: Schutz vor steigenden Zinsen, Ausstieg bei fallenden.
Vorfälligkeitsentschädigung
Wer vor dem Kündigungsfenster vorzeitig zurückzahlt — etwa beim Verkauf —, schuldet der Bank Ersatz für den entgangenen Zins (§ 502 BGB, gedeckelt bei Verbraucherdarlehen). Die Höhe hängt von Restlaufzeit und Zinsdifferenz ab und kann fünfstellig werden.
Drei typische Fehlentscheidungen
1. Die Rate künstlich klein rechnen
Eine niedrige Tilgung macht die Rate optisch tragbar und verschiebt die Last in die Anschlussfinanzierung — zu dann unbekannten Zinsen. Die Tilgungstabelle oben zeigt den Preis dieser Bequemlichkeit in Euro.
2. Sollzinsbindung mit Gesamtlaufzeit verwechseln
„Zehn Jahre Finanzierung“ heißt: Zehn Jahre steht der Zins fest. Getilgt ist das Darlehen dann noch lange nicht — im Leitbeispiel erst nach 28,4 Jahren.
3. Nur den Zinssatz vergleichen
Zwei Angebote mit gleichem Effektivzins können sich um zehntausende Euro unterscheiden — über Verrechnungsturnus, Sondertilgungsrechte, Tilgungssatzwechsel und Bereitstellungszinsen. Der Vergleich gehört auf die Ebene des Tilgungsplans, nicht der Prozentzahl.
Häufige Fragen zum Annuitätendarlehen
Was ist ein Annuitätendarlehen einfach erklärt?
Ein Kredit mit gleichbleibender Monatsrate, die aus Zins und Tilgung besteht. Weil der Zins nur auf die noch offene Restschuld berechnet wird, sinkt der Zinsanteil mit jeder Zahlung — und der Tilgungsanteil wächst im selben Maß. Die Rate bleibt konstant, das Darlehen tilgt sich immer schneller.
Was ist besser: Annuitätendarlehen oder Ratenkredit?
Das sind Produkte für verschiedene Zwecke. Der Ratenkredit ist unbesichert, läuft kürzer und kostet deutlich höhere Zinsen — für den Immobilienkauf ist er ungeeignet. Das grundschuldbesicherte Annuitätendarlehen ist das Standardinstrument der Baufinanzierung. Nur bei kleinen Summen, etwa einer Modernisierung, kann der Ratenkredit trotz höherem Zins pragmatischer sein, weil Grundschuldbestellung und Objektprüfung entfallen.
Was kostet ein 100.000-Euro-Darlehen?
Bei 3,7 % Sollzins und 2 % anfänglicher Tilgung: 475 € im Monat, rund 61.600 € Zinsen bis zur vollständigen Tilgung nach gut 28 Jahren, Restschuld nach zehn Jahren etwa 75.800 €. Bei 3 % Tilgung steigt die Rate auf 558 €, die Gesamtzinsen sinken auf rund 45.700 €. Alle Werte sind Modellrechnungen zu den oben genannten Annahmen.
Welche Nachteile hat ein Annuitätendarlehen?
Langsame Tilgung in den ersten Jahren, hohe Restschuld bei niedriger Anfangstilgung, Flexibilität nur soweit vertraglich vereinbart, und die Zinssicherheit kostet einen Aufschlag. Der größte Risikopunkt ist die Anschlussfinanzierung: Was nach der Bindung offen ist, wird zu unbekannten künftigen Zinsen weiterfinanziert.
Warum sinkt meine Rate nicht, obwohl ich tilge?
Weil das Modell genau so konstruiert ist: Die Rate bleibt konstant, nur ihre Zusammensetzung verschiebt sich von Zins zu Tilgung. Wer eine mit der Zeit sinkende Rate will, braucht ein Tilgungsdarlehen — und trägt dafür die deutlich höhere Anfangsbelastung.
Was passiert am Ende der Sollzinsbindung?
Die Restschuld muss neu finanziert werden — durch Verlängerung bei der eigenen Bank, Wechsel zu einer anderen oder ein Forward-Darlehen. Die Konditionen sind die dann geltenden Marktzinsen. Rechenwege und der in Euro bezifferte Forward-Aufschlag stehen auf der Seite zur Anschlussfinanzierung.
Kann ich ein Annuitätendarlehen vorzeitig kündigen?
Zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung ja — mit sechs Monaten Frist und ohne Vorfälligkeitsentschädigung (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB). Davor nur in Ausnahmefällen, in der Regel gegen Vorfälligkeitsentschädigung nach § 502 BGB.
Rechnet man mit dem Sollzins oder dem Effektivzins?
Der Tilgungsplan rechnet mit dem Sollzins — er bestimmt die Aufteilung der Rate. Der Effektivzins enthält zusätzlich Kostenbestandteile und ist die richtige Größe für den Vergleich verschiedener Angebote. Beide stehen getrennt im Angebot.
Den eigenen Tilgungsplan rechnen
Alle Tabellen dieser Seite kannst du mit eigenen Werten nachrechnen — vollständiger Tilgungsplan, Sondertilgung und CSV-Export, ohne Registrierung.
Quellen und Methodik
- Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik — Grundlage des Modellzinses von 3,7 % (zuletzt veröffentlichter Durchschnitt 3,74 % effektiv, Referenzmonat Mai 2026)
- § 489 BGB — Ordentliches Kündigungsrecht des Darlehensnehmers
- § 502 BGB — Vorfälligkeitsentschädigung
- BaufiBlick: Redaktion und Methodik — Rechenannahmen und Aktualisierungszyklus
Alle Beträge sind unverbindliche Modellrechnungen zu den jeweils genannten Annahmen — keine Kreditzusage, kein Angebot, keine Zinsprognose. Redaktionell geprüft und gerechnet: 21. August 2026.