BaufiBlick Daten · Ausgabe 08/2026

Leistbarkeits-Index: Was ein Haushalt je Bundesland finanzieren kann

Gleiches Modell, sechzehn Ergebnisse. Der Index zeigt, welchen Kaufpreis ein Zweipersonenhaushalt mit dem durchschnittlich verfügbaren Einkommen seines Bundeslands tragen kann — bei einheitlichen, vollständig offengelegten Annahmen. Die Einkommensdaten werden mit Quellen angegeben; Haushaltsgröße, Wohnkosten, Eigenkapital, Sollzins und Tilgung sind Modellannahmen. Diese Seite dokumentiert die Ausgabe 08/2026.

Der Befund: Die Grunderwerbsteuer schlägt das Einkommen

Nordrhein-Westfalen hat ein höheres verfügbares Einkommen je Kopf als Niedersachsen — und kann trotzdem 2.684 € weniger finanzieren. Der höhere Steuersatz kehrt den Einkommensvorteil im Modell um: 6,5 statt 5,0 Prozent. Dasselbe Muster im Saarland, das gegenüber Thüringen 54 € mehr Einkommen je Kopf aufweist und dennoch 2.692 € weniger stemmen kann. Wo ein Land seinen Steuersatz ansetzt, entscheidet damit messbar mit darüber, was seine Haushalte kaufen können.

Das Bild in einer Grafik

Alle 16 Bundesländer, sortiert nach finanzierbarem Kaufpreis. Der grüne Balken zeigt den Modellkaufpreis, der orange Fortsatz den Betrag, der bei einem Grunderwerbsteuersatz von 3,5 % zusätzlich möglich wäre. Bayern hat als einziges Land keinen Fortsatz — dort gilt dieser Satz bereits.

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Modellkaufpreis je Bundesland, Ausgabe 08/2026, Rechenkorrektur 09.09.2026Die 16 Bundesländer im Vergleich. Grün: modellierter Kaufpreis. Orange: zusätzlicher Rahmen bei 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer. Alle Werte stehen in der folgenden Tabelle.Modellkaufpreis je BundeslandAusgabe 08/2026 · Rechenkorrektur 09.09.2026 · 3,7 % Sollzins, 2 % TilgungModellkaufpreiszusätzlich bei 3,5 % GrunderwerbsteuerBayern302.918 €Baden-Württemberg282.050 €+4.750 €Hamburg280.029 €+6.288 €Hessen275.027 €+7.719 €Rheinland-Pfalz262.497 €+4.421 €Schleswig-Holstein254.379 €+8.568 €Niedersachsen243.311 €+4.097 €Nordrhein-Westfalen240.627 €+8.105 €Berlin219.504 €+6.161 €Brandenburg218.819 €+7.370 €Mecklenburg-Vorpommern212.007 €+5.951 €Sachsen211.917 €+4.759 €Thüringen209.440 €+3.527 €Bremen207.090 €+4.650 €Saarland206.748 €+6.963 €Sachsen-Anhalt206.226 €+3.473 €Einkommens- und Steuereingaben der Ausgabe unverändert. Rechenweg und Daten: baufiblick.de/leistbarkeits-index/BaufiBlick · Modellrechnung mit offengelegten Annahmen · CC BY 4.0
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Alle 16 Bundesländer im Vergleich

Sortiert nach finanzierbarem Kaufpreis. Das verfügbare Einkommen je Einwohner ist der amtliche Wert für 2024; daraus wird ein Zweipersonenhaushalt modelliert.

BundeslandEinkommen je KopfHaushalt/MonatModellrateGrEStModellkaufpreis
Bayern33.113 €5.519 €1.282 €3,5 %302.918 €
Baden-Württemberg31.944 €5.324 €1.213 €5 %282.050 €
Hamburg31.909 €5.318 €1.211 €5,5 %280.029 €
Hessen31.650 €5.275 €1.196 €6 %275.027 €
Rheinland-Pfalz30.502 €5.084 €1.129 €5 %262.497 €
Schleswig-Holstein30.214 €5.036 €1.112 €6,5 %254.379 €
Niedersachsen29.087 €4.848 €1.047 €5 %243.311 €
Nordrhein-Westfalen29.183 €4.864 €1.052 €6,5 %240.627 €
Berlin27.510 €4.585 €955 €6 %219.504 €
Brandenburg27.548 €4.591 €957 €6,5 %218.819 €
Mecklenburg-Vorpommern26.951 €4.492 €922 €6 %212.007 €
Sachsen26.858 €4.476 €917 €5,5 %211.917 €
Thüringen26.589 €4.432 €901 €5 %209.440 €
Bremen26.500 €4.417 €896 €5,5 %207.090 €
Saarland26.643 €4.441 €904 €6,5 %206.748 €
Sachsen-Anhalt26.352 €4.392 €887 €5 %206.226 €

Die Spanne zwischen Bayern und Sachsen-Anhalt beträgt 96.692 € oder 46,9 Prozent. Sie entsteht aus zwei Effekten: dem Einkommensunterschied und dem Steuersatz. Wie stark der zweite allein wirkt, zeigt die nächste Tabelle.

Der Steuereffekt isoliert

Dieselbe Rechnung, aber mit dem bayerischen Satz von 3,5 Prozent für alle. Die Differenz ist der reine Preis der Landessteuer — bei unverändertem Einkommen.

BundeslandGrEStModellkaufpreisbei 3,5 %Differenz
Schleswig-Holstein6,5 %254.379 €262.947 €+8.568 €
Nordrhein-Westfalen6,5 %240.627 €248.732 €+8.105 €
Hessen6 %275.027 €282.746 €+7.719 €
Brandenburg6,5 %218.819 €226.189 €+7.370 €
Saarland6,5 %206.748 €213.711 €+6.963 €
Hamburg5,5 %280.029 €286.317 €+6.288 €
Berlin6 %219.504 €225.665 €+6.161 €
Mecklenburg-Vorpommern6 %212.007 €217.958 €+5.951 €
Sachsen5,5 %211.917 €216.676 €+4.759 €
Baden-Württemberg5 %282.050 €286.800 €+4.750 €
Bremen5,5 %207.090 €211.740 €+4.650 €
Rheinland-Pfalz5 %262.497 €266.918 €+4.421 €
Niedersachsen5 %243.311 €247.408 €+4.097 €
Thüringen5 %209.440 €212.967 €+3.527 €
Sachsen-Anhalt5 %206.226 €209.699 €+3.473 €
Bayern3,5 %302.918 €302.918 €—

Für Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen liegt der Steuereffekt bei über 7.700 €. Gemeint ist ein höherer modellierter Kaufpreisrahmen bei geringerem Steuersatz, kein zusätzliches Haushaltseinkommen und keine jährliche Ersparnis.

Rechenweg und Modellannahmen

Der Index misst Veränderung über die Zeit und Unterschiede zwischen Ländern, nicht die individuelle Leistbarkeit eines konkreten Haushalts. Alle Annahmen sind für alle Länder identisch und hier vollständig aufgeführt:

Schritt Rechnung Annahme
Haushaltseinkommen Verfügbares Einkommen je Einwohner ÷ 12 × 2 Zweipersonenhaushalt
Tragbare Rate Haushaltseinkommen × 35 % − Wohnfolgekosten 650 € für Betriebskosten und Instandhaltung bei 130 m²
Darlehen Rate × 12 ÷ (Sollzins + Tilgung) × 100 3,7 % angenommener Sollzins, 2 % anfängliche Tilgung
Kaufpreis Darlehen ÷ (0,8 + Nebenkostensatz) 20 % Eigenkapital, Notar 2 %, Makler 3,57 %

Die Eigenkapitalquote beträgt im Modell 20 % des Kaufpreises. Die Kaufnebenkosten werden zusätzlich im Finanzierungsbedarf berücksichtigt. Der Nebenkostensatz ist in der Formel als Dezimalzahl einzusetzen, zum Beispiel 0,0907 für 9,07 %. Der Sollzins von 3,7 % ist eine feste Rechenannahme dieser Ausgabe. Der unten genannte effektive Jahreszins von 3,74 % ist kein identischer Sollzins; eine exakte Umrechnung wird hier nicht vorgenommen.

Hinweis zur Nachrechnung: Alle 16 Länder werden aus den veröffentlichten Einkommens- und Steuereingaben ohne Zwischenrundung berechnet. Erst die Ausgabe von Monatswerten, Darlehen und Kaufpreisen wird auf volle Euro gerundet. Differenzen entstehen aus den gerundeten Kaufpreisen. Gegenüber der ursprünglichen Fassung wurden einzelne Kaufpreise um höchstens 7 € korrigiert. Tabelle, Grafik, Datenkachel und CSV verwenden denselben Rechenstand.

Rohdaten zum Download

Der vollständige Datensatz als CSV, semikolongetrennt. Nutzung frei unter CC BY 4.0 — mit Quellenangabe „BaufiBlick Leistbarkeits-Index, Ausgabe 08/2026″ und Link auf diese Seite.

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Wer die Kernzahlen übernehmen möchte, kann diese Kachel direkt einbetten — reines HTML ohne Skripte und ohne externe Abhängigkeiten. Die Quellenangabe nach CC BY 4.0 ist bereits enthalten; mit dem Einbetten ist die Lizenzpflicht erfüllt.

 

 

Häufige Fragen

Warum stehen hier keine Immobilienpreise?

Weil es dafür keine zitierfähige Primärquelle je Bundesland gibt. Destatis veröffentlicht den Häuserpreisindex als Index, nicht als absolute Quadratmeterpreise. Absolute Werte liegen bei sechzehn verschiedenen Gutachterausschüssen mit uneinheitlicher Erhebung und teils erheblichem Verzug. Frei verfügbare Zahlen stammen von Maklerportalen und sind Angebotspreise aus deren eigenem Bestand, keine Transaktionsdaten. Der Index verzichtet deshalb bewusst darauf und rechnet vom Einkommen aus — mit ausschließlich amtlichen Größen.

Warum ein Zweipersonenhaushalt?

Weil das verfügbare Einkommen amtlich je Einwohner ausgewiesen wird, eine Immobilie aber typischerweise von einem Haushalt finanziert wird. Die Annahme ist für alle Länder identisch und verzerrt den Vergleich deshalb nicht. Wer die Rechnung für die eigene Situation nachvollziehen will, nutzt den Budgetrechner mit den eigenen Werten.

Sind 35 Prozent Wohnkostenanteil nicht zu hoch?

Es ist eine bewusst gesetzte Obergrenze für ein Modell, keine Empfehlung. Sie liegt an der oberen Kante dessen, was als tragfähig gilt. Entscheidend für den Index ist, dass der Wert für alle Länder gleich ist — Veränderungen im Zeitverlauf und Unterschiede zwischen Ländern bleiben davon unberührt.

Wie oft erscheint der Index?

Diese Seite zeigt die Ausgabe 08/2026. Eine monatliche Fortschreibung ist vorgesehen. Für die Einordnung sind der ausgewiesene Datenstand und die Modellannahmen maßgeblich; diese Ausgabe enthält keine tagesaktuellen Bankangebote.

Darf ich die Zahlen verwenden?

Ja, ausdrücklich. Der Datensatz steht unter CC BY 4.0. Erforderlich ist die Quellenangabe „BaufiBlick Leistbarkeits-Index, Ausgabe 08/2026″ mit Link auf diese Seite. Für redaktionelle Anfragen, Sonderauswertungen oder einzelne Bundesländer genügt eine Mail an info [at] baufiblick [punkt] de.

Quellen und Stand

Gerechnet und redaktionell geprüft: 14. August 2026 · Die Summen der Einzelwerte wurden gegen die amtlichen Gesamtwerte für Deutschland abgeglichen.

Redaktionelle Korrektur vom 9. September 2026: Alle 16 Länder aus unveränderten Eingaben ohne Zwischenrundung neu berechnet; Tabelle, Grafik, Datenkachel und CSV abgeglichen. Einkommensvergleich sowie Zinsannahmen präzisiert. Der Datenstand der Ausgabe bleibt August 2026.

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